30% Speicherförderung in Baden-Württemberg

Liebe Solarfreunde,

am 01. März 2018 hat das Land Baden-Württemberg eine neue Solarförderung auf die Wege gebracht: gefördert wird die Anschaffung eines Batteriespeichersystems mit einer neuen Photovoltaikanlage.

Das Förderprogramm „netzdienliche PV-Batteriespeicher“ ist vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg initiiert.

Bei Solaranlagen (<30 kWp) wird 300 Euro je kWh Nettospeicherkapazität gefördert, bei gewerblichen Anlagen (>30 kWp) sogar 400 Euro je kWh. Jedoch mind. Mindestens 600 Euro und maximal 7.500 Euro bei Heimspeichern und respektive 7.500 Euro bis 60.000 Euro für Gewerbespeicher.

Die Abwicklung übernimmt die L-Bank. Hierfür ist eigens ein eigenes Antragsportal geöffnet worden. Der Topf ist allerdings nur 2 mio. Euro groß, d.h. wer zuerst kommt, der mahlt zuerst.

Die Förderung ist natürlich nicht bedingungslos. Hier die technischen Rahmenbedingungen.

Die Größe des förderwürdigen Speichers ist abhängig von der PV-Anlage auf dem Dach:
Die PV-Anlage darf in kWp nicht größer als 20% des Speichers in kWh sein. Z.B. darf bei einer Solaranlage mit 12 kWp der Speicher nicht größer als 10 kWh (netto) betragen. Bzw. das Verhältnis PV zu Batterie darf nicht 1,2 : 1 übersteigen.

Die Leistungsabgabe wird beschränkt auf maximal 50% der kWp Leistung. Da heutezutage grundsätzlich eh nicht mehr als 70% der Leistung eingespeist werden kann, sollte es mit einem Speicher kein Problem sein.

Weitere Voraussetzung ist, dass 40% der Solarenergie selbst verbraucht wird. Bei normalen Hausanlagen liegt der Eigenverbrauch bereits bei 1/3 der Solarproduktion. Mit einem richtig ausgelegten PV-Speicher schafft man mehr als 60% Eigenverbrauch. Kommt später ein E-Mobil hinzu, können Quoten von 80% und mehr erreicht werden.

Der Gesetzgeber fordert aber, dass die Online-Monitoring Plattform eine Schnittstelle für die Uni RWTH Aachen öffnet, damit sie die Daten anonymisiert für Forschungszwecke abgreifen darf. Diese technischen Rahmenbedingungen gelten für eine Laufzeit von 20 Jahren. Das Speichersystem muss aber mind. 6 Jahre am Netz hängen.

  • Des Weiteren fordert das Ministerium, dass der Stromnetzbetreiber auf die Parameter des Wechselrichters zugreifen darf!
  1. Die Wechselrichter der im Rahmen dieser Bekanntmachung geförderten Systeme verfügen
    a) über eine geeignete elektronische und offen gelegte Schnittstelle zur Fernparametrierung, durch die eine Neueinstellung der Kennlinien für die Wirk- und Blindleistung in Abhängigkeit von den Netzparametern Spannung und Frequenz bei Bedarf möglich ist und
    b) über eine geeignete und offen gelegte Schnittstelle zur Fernsteuerung.
    Ein Eingriff in das System des Anlagenbetreibers über diese Schnittstellen bedarf seiner Zustimmung.

Diese Klausel birgt natürlich bei der Umsetzung Gefahren bzgl. der Datensicherheit!

Wichtig: der Antrag muss vor der Bestellung einer PV-Anlage und eines Batteriesystems gestellt werden.

Für den Solarteur bedeutet es erhöhten Bürokratieaufwand.

Den Originaltext finden Sie hier.

Hier ein paar Rechenbeispiele für Heimspeicher:

  • LG Chem Resu 7H mit 6,6 kWh Netto-Kapazität x 300 €/kWh = 1.980 €
    Die Solarwerk-Anlage muss mind. 6,6 x 1,2 = 7,92 kWp groß sein.
  • LG Chem Resu 10H mit 9,3 kWh Netto-Kapazität x 300 €/kWh = 2.790 €
    Solar: 9,3 x 1,2 = mind. 11,16 kWp.
  • LG Chem Resu 3.3 mit 2,9 kWh x 300 €/kWh = 870 €

Ein Beispiel für Gewerbespeicher:

  • 3 x LG Chem 10H = 27,9 kWh x 400 €/kWh = 11.160 € Subvention!
    Solar: 27,9 x 1,2 = mind. 33,48 kWp.

Zur Zeit keine Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.